Roderick, besser bekannt als "Ruairidh Mor" (=Roderick
der Große), was weniger auf seine Körpergröße
als vielmehr auf sein Ansehen zurückzuführen ist, wurde
1562 geboren. Nach dem Tode seines Neffen John trat er dessen
Nachfolge an, was vom gesamten Clan akzeptiert wurde und der Anspruch
wurde im September 1596 auch gerichtlich bestätigt. König
James VI. hielt so große Stücke auf ihn, dass
er ihn 1613 zum Ritter schlug. Noch heute bewahrt die Familie
Briefe des Königs auf, der einen regen Schriftwechsel mit
Roderick pflegte. Sein hohes Ansehen beruhte auf seiner noblen
Gesinnung. Er baute den Stammsitz des Clans aus, errichtete Schulen
und baute das Straßennetz aus. In Zeiten schlechter Ernten versorgte
er den Clan mit importiertem Getreide. Aufgrund eben dieses hohen
Ansehens erlangte er viele ehemals verlorene Ländereien der
MacLeods zurück. Roderick sicherte seine Söhne ab, in
dem er ihnen Land für zwei Leben mitgab. Er heiratete 1598
Isabel, die Tochter von Donald MacDonald, 7th of the MacDonalds
of Glengary. Mit ihr hatte er fünf Söhne (bekannt als
Coignear Mhac Uasal Iseabail (Isabels fünf erhabene Söhne)
und sechs Töchter. Dies war wohl zum Teil auch eine politische
Hochzeit, legte sie doch die Jahrhunderte alte Fehde mit den mächtigen
MacDonalds bei.
Die Legende will wissen, dass er auf dem Rückweg von den Verwandten
in Glenelg von einem riesigen Stier bedroht wurde, den er mit
seinem Dolch erlegte. Das Horn dieses Tiers ist immer noch im
Besitz der Familie. Die Tradition verlangt, dass jeder, der Clanchief
werden will, dieses Horn, gefüllt mit Rotwein (ca. 1,6 Liter)
in einem Zug leeren muss. Der derzeitige Chief-President erledigte
diese Aufgabe auf einem Banquett anläßlich seiner Volljährigkeit
am 14. August 1956 in einer Zeit von einer Minute und 57 Sekunden.
Roderick starb im Januar 1626 in Fortrose (nördlich von Inverness),
wo er auch beigesetzt wurde. Ihm folgte sein ältester Sohn,
John "Iain Mor". |