Sitzungsprotokoll vom 02. April 2005

Das vergangene Quartett fand aus besonderem Anlaß früher als gewöhnlich statt - wir erwarteten eine Delegation des Deutschen Geschichtsclubs (dort sind auch Bilder des Treffens zu sehen) aus Frankfurt. Somit trafen sich Toni, Krebsi und Ede bereits um 17:00 Uhr im heimischen Bistro, um sich auf die bevorstehende Reise nach Siegburg vorzubereiten, wo wir gegen 18:00 Uhr dann auch wohlbehalten eintrafen. Bereits auf dem Bahnhofsvorplatz trafen wir mit unseren Frankfurter Gästen, Ralf und Georg, zusammen, die übrigen Mitglieder des Geschichtsclubs waren leider verhindert.

Um uns von den Reisestrapazen zu erholen und Mario sein verspätetes Eintreffen zu ermöglichen, kehrten wir zunächst im Restaurant Felders ein und läuteten bei einem erfrischenden Bier die Kennlernphase ein. Nachdem der Referent auch endlich zu uns gestoßen war, zogen wir weiter gen ursprünglich vereinbartem Tagunsort, dem Kapellchen. Dort angekommen tauschten wir bei kühlen Getränken weiter Erfahrungen aus.

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Nach labendem Mahl ging es an die Lesung. Mario hatte sich dieses mal das Werk "Der Pate" seines Namensvetters Mario Puzo aus der Bild Bestseller Bibliothek ausgesucht. Puzo, selbst als Sohn italienischer Einwanderer 1920 New York geboren, erzählt die Geschichte der Corleones im New York am Ende der 1940er Jahre. Don Vito Corleone, der 1901 als kleiner Junge aus Sizilien allein in die USA eingewandert ist, führt als Pate die mächtigste Mafia-Familie der Stadt. Zwar beteiligt sich sein Clan an den bis dahin lukrativen Geschäften von Schmuggel, Erpressung und Glücksspiel, wobei "auch mal einer stirbt", weigert sich aber ins Drogengeschäft einzusteigen. In der Folgezeit kommt es zu einem gnadenlosen Bandenkrieg um die Macht in der Unterwelt, bei dem der Don seinen hitzköpfigen Sohn Sonny verliert. Nachdem Don Vito selbst Opfer eines Attentats und als Folge alt und müde geworden ist, übergibt der Pate das Kommando seinem jüngsten Sohn Michael, dieser rechnet nach Don Vitos Herztod mit den Feinden der Familie ab.
Noch während der packenden Lesung machten wir einen Abstecher in die mafiösen Strukturen osteuropäischer Einwanderer bzw. Spätheimkehrer im Rhein-Sieg-Kreis und hörten mit Freude, dass das einstmals als so gefährlich bekannte Leben in Frankfurt wohl ruhiger geworden ist. Aus dem Rheinland würde es uns dennoch nicht weglocken können, berichteten doch Ralf und Georg, dass man den Karneval in der Mainmetropole suchen müsse und eher zufällig über die "Umzüge" stolpere. Der durchweg gelungene Abend zog eine Gegeneinladung noch Frankfurt nach sich, die wir dankend und gerne annahmen.

Getrübt wurde die gute Stimmung erstmalig kurz vor Ende der Sitzung, als Krebsi uns aufgrund starker Kopfschmerzen verlassen musste. Bei verlassen des Lokals kündeten dann die läutenden Glocken Siegburgs vom Ableben Papst Johannes Pauls II.. Wir verabschiedeten uns am Siegburger ICE-Bahnhof von unseren Frankfurter Gästen und Toni und ich fuhren mit der Straßenbahnlinie 66 Richtung heimatlichem Hangelar, um dort den, leider vergeblichen, Versuch zu unternehmen in der Kirche für den Papst zu beten. Somit zog es uns dann doch zu unserem Ausgangspunkt Bistro zurück, wo wir auch noch kurz auf den schmerzgepeinigten Krebsi trafen. Diesem möchte ich an dieser Stelle auch gleichzeitig zu seinem heutigen 27. Geburtstag herzlich gratulieren.

2005-04-04, Ede

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