Fast schon als traditionell kann man das Vorabtreffen von Krebsi, Toni und Ede im Bistro bezeichnen. So trafen sich die drei auch dieses mal im heimischen Lokal, um sich für die Bahnfahrt nach Siegburg zu stärken. Neu war allerdings, das Mario dieses mal auf die drei warten musste, Ede hatte sich verspätet und so konnte die Fahrt erst 20 Minuten später als geplant angetreten werden. Im schmucken ICE-Bahnhof von Siegburg wurde die Reisegruppe von Mario in Empfang genommen und man entschloß sich, ein erstes Bier auf Siegburger Terrain im "Station" zu sich zu nehmen.

Hier unterhielt man sich u.a. über die tragische Umbenennung der Kultserie "Die drei ???" in "Die Dr3i", zudem tragen jetzt auch die Charaktere in Deutschland die Namen Jupiter Jones (statt Justus Jonas) und Pete Crenshaw (bisher Peter Shaw). Nach einem abwechslungsreichen und spannenden Gespräch, in dessen Verlauf Toni durch Thomas einige Lebensjahre "draufgepackt bekam", und einigen Bierchen später wechselte man dann Richtung Tagungort, der Gaststätte "Zum Fass" in der Luisenstraße. Dort atemlos eingetroffen wurde den Literaturfreunden eröffnet, dass die Küche um 22:00 Uhr schließt und somit seit drei Minuten kalt war. Von Hunger und Halluzinationen getrieben schlugen sich die Herren zum Restaurant "Goldener Ochse" in der Kaiserstraße durch und wurden dort auch freudig erregt aufgenommen, schließlich verdoppelte sich die Besucherzahl schlagartig. Das Bier war zumindest gekühlt, Kohlensäure war allerdings keine zu lokalisieren. Die Einmann-Belegschaft fühlte sich offensichtlich in der Rolle eines Entertainers wohl, die er aber nur mäßig ausfüllte. Aber, dies gebietet die Fairness, das Essen war ausreichend und lecker!

- Anzeige -
Die Lesung behandelte anläßlich des Ibsenjahres ein Werk diese norwegischen Schriftstellers, dessen Todestag sich am 23. Mai zum 100. mal gejährt hat. Mario laß aus dem 1867 entstandenen dramatischen Gedicht "Peer Gynt". Ein Thema, das ihn wohl schon länger beschäftigte, war doch der erste Klingelton seine Mobiltelefons die Peer Gynt Suite von Grieg.

Peer Gynt ist ein Bauernsohn, der sich eine Traumwelt aus Lügen erschafft, der runtergekommene Hof des Vaters ist ein Palast und er selbst ein jugendlicher Held. Im vierten Akt gibt es einen deutlichen Zeitsprung und Peer befindet sich in Marokko und ist ein reicher Sklavenhändler. Ihm wird jedoch all seine Habe von Geschäftspartnern geraubt und er durchlebt noch einige Wirren im nördlichen Afrika, ehe er heim kehrt, um um seine Seele zu kämpfen. In einer Szene vergleicht sich Peer mit einer Zwiebel, die viele Hüllen, aber keinen Kern hat. In der Schlussszene, die an einem Pfingstmorgen spielt, wird er von Solvejg, einer Jugendliebe, die ihr Leben lang auf seine Rückkehr wartete, errettet.

Im Anschluß an die Lesung wurde der Verfügungsraum erneut verlegt, man lief das "Poco Latino" in der Marktpassage an. Dort trennte sich der vom Frühdienst und am Wochenende stattgefundenen Ehemaligentreffen von Radio Bonn/Rhein-Sieg gezeichnete Toni von der Gruppe und die verbliebenen drei Leseratten tranken gemeinsam noch einige Scheidebecher und begutachteten Siegburgs weibliche Einwohnerschaft. Die letzte Bahn des Tages brachte Thomas und Ede zurück ins heimische Hangelar, wo man bis in den frühen Morgen den Abend ausklingen ließ. (ede)

Impressum
| Kontakt | Seite empfehlen

© Ralph Gemmel - Alle Rechte vorbehalten