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Wenn die Eichhörnchen im sonst so friedlich schlummernden Stadtpark zu Peine Deckung auf den höchsten Baumriesen suchen, dann ist was anders in der sympathischen Stahlstadt im ehemaligen Zonenrandgebiet von Süd-Niedersachsen: Die Schotten sind los – werfen mit Baumstämmen und lassen mit Pauken und Dudelsäcken schier den gepflegten Rasen erbeben. Wenn nimmt es also nicht wunder, dass die vier Helden des Literarischen Quartetts, just an dem Wochenende, an dem die schottischen Sportgeräte fliegen und die Musik des Hochlandes erklingt, in ihrem bekannten missionarischen Eifer zum „Highland Gathering“ (4. bis 6. Mai 2007) nach Peine reisen.
Angefüllt mit nichts als reichlich Vorfreude auf das Ereignis am ersten Mai-Wochenende trafen sich die Vier in der Siegburger Restauration „Mariandl“, einem Gasthof, der sich ganz auf die kulinarischen Genüsse der einstigen Donau-Monarchie spezialisiert hat, zur März-Sitzung des Literarischen Quartetts Hangelar. In Anbetracht der Zeit zwischen Karneval und Ostern gönnten sich die Literaten ein „Fast´n Bier“ und freuten sich zu diesem Thema einen fachkundigen Referenten eingeladen zu haben: Norbert Knecht, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Knäcke“. Mit landestypischen Schnitzeln gestärkt, die solch illustre Namen wie „Salzburg“ oder „Steiermark“ trugen, sowie sehnsuchtsvollen Erinnerungen an glanzvolle Fahrten der Katholischen Jugend St. Anna Hangelar - erinnert sei nur an den legendären „Saalbach-Blues“ oder die rauschenden Damenbärte des kaiserlichen Personals - , ging der ehrenwerte Gastreferent der Frage nach, ob Bier eine Medizin sei.
Nicht lange ließ Knäcke seine gespannt lauschenden Zuhörer in Ungewissheit zurück: Das bekannte Fastengetränk helfe nicht nur gegen Blutarmut, sondern sogar gegen die tückische Tuberkulose. Bekäme Bier einen Beipackzettel, müsste die Stelle mit den Wirkstoffen weiß bleiben. Denn die Wirkstoffe, erklärte Knäcke, seien größtenteils unbekannt.
Vor allem dem Hopfen im Bier wird eine beruhigende Wirkung zugesprochen. Bier fördere außerdem die Verdauung – eine Feststellung, welche die Vier für den Genuss von „Oettinger“ ins Reich der Fabeln verwiesen. Das angesprochene Fastengetränk sei zudem ein fettfreies Lebensmittel, welches erfreulich wenig Kohlenhydrate aufzuweisen hat. Der Hopfen bewirke, dass Bier gegen Gischt und Schlaflosigkeit wirkt, sowie Osteoporose und Krebs vorbeugt. Der Hopfen wirkt im Körper als sogenannter Radikalenfänger. „Was meinst Du, wie ich aussehen würde, wenn ich kein Bier trinken würde“, fragte Knäcke zum Abschluss lautmalerisch.
Den Respekt der Vier und nicht zuletzt des Oberkellners im Mariandl kann sich Knäcke nicht nur wegen seines fundierten Referats, sondern auch wegen seiner Bestellung sicher sein: Nach dem Genuss eines „Steiermark-Schnitzels“ bestellte er sich – gleichsam als Nachtisch – ein Zwiebelschnitzel. „Respekt“, entfuhr es da dem Herrn Oberkellner.
Die nächste Sitzung der glorreichen vier Literaten findet anlässlich des Highland Gatherings ins Peine statt. Der ehrenwerte Protokollant heuert einen Überraschungs-Gastreferenten aus Niedersachsen an. Auch Ort und Uhrzeit hängen vom sonstigen Programm des Wochenendes und nicht zuletzt vom Wetter am Ausflugswochenende ab. Mit einem Abstecher im legendären Bistro zu Hangelar beschlossen die vier Helden und ihr gut informierter Gastreferent Knäcke den literarischen Abend. Die Diskussion über unmögliche Kindernamen sei an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber erwähnt: Namen wie „Rosa Ferkel“ gehören nicht in einen Kinderausweis, beschlossen die Vier.
Für die Richtigkeit aller Angaben bürgt Protokollant Mario Quadt |
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