Gedächtnisprotokoll "Exorzizien" in Peine vom 04. bis 06. Mai 2007

Um ca. 13:20 trafen sich drei der vier reisefreudigen Literaten in der Linie 66, Mario hatte aufgrund gezielter Fehlinformation die Bahn verpasst und reiste eine Fahrt später an. Im Bonner Hauptbahnhof angekommen versorgte man sich, wie sich später herausstellte unzureichend, mit Bier für die Fahrt und erwartete aufgeregt das Eintreffen des IC nach Hannover. Die Fahrt wurde mit angeregten Gesprächen über Gott und die Welt gefüllt und dabei der Proviant zügig verbraucht. Es muss in der Nähe von Bielefeld, der Stadt die es in Wirklichkeit nicht gibt, gewesen sein, als sich endlich das Bordpersonal mit Nachschub zeigte ("Ja, Ja - kalte Getlänke. Ja, ja Walsteinel. Nein, nein, ich nix mehr kommen."). Lausige fünft Flaschen (zwischenzeitlich hatten wir die Bekanntschaft eines Bremen-Fans aus Esse nauf dem Weg nach Berlin gemacht) waren ihm zu entreißen...

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In Hannover wurde erneut der Proviant aufgestockt und man fuhr gut gelaunt dem endgültigen Reiseziel Peine entgegen. Dort angekommen fuhr man rasch ins Hotel, um kurz die Wäsche und anschließend ins Mephisto am Hagenmarkt zu wechseln. Dort stieß kurze Zeit später unser Gastreferent Michael Kothe zu uns. Nach labendem Mahl wurde uns ein ausgesprochen gut gelungener Vortrag über das Werk "Das Moor des Vergessens" von Val McDermid zu gehör gebracht. Der Referent wußte nicht nur durch lebhafte Erzählweise, sondern auch durch die anspruchsvolle Verbindung mit Caroline Alexanders "Die Bounty. Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty" die Literaten zu fesseln und zu überzeugen.

In McDermids Roman geht es um eine Moorleiche, die im Lake District gefunden wird und über und über mit Tätowierungen geschmückt ist. Es werden Vermutungen laut, dass es dabei um Fletcher Christian handeln könnte, nicht nur die berühmte Meuterei auf der Bounty anführte, sondern in seiner Jugend auch mit dem nicht minder berühmten Dichter William Wordsworth befreundet gewesen war. Eben jener William Wordsworth soll ein Werk über Fletcher Christian geschrieben haben. Diese Legende ist eine von Jane Gresham Lieblingssagen. Zudem ist Jane Wordsworth-Expertin und darüber hinaus in der Nähe des Fundorts geboren worden. Um den Literaten nicht die Spannung an jenem weiteren großartigen Werk von Val McDermid zu rauben, unterschlug der Referent natürlich jegliche Lösungsansätze in seinem Vortrag und machte lediglich Appetit auf das Buch.

Im Anschluss an die Lesung verabschiedete man sich vom Referenten und wechselte in den Owltown Pub, um in den schottischen Rahmen der Fahrt einzutauchen, schließlich war man ja wegen des Highland Gatherings angereist. Auch hier ließen es sich die Literaten nicht nehmen, noch mal eine Kleinigkeit zur Stärkung zu sich zu nehmen und man verbrachte, langsam doch benebelt durch das nun doch reichliche Bier des Tages, noch einige amüsante Stunden. Man kam mit den Juroren der anstehenden Wettkämpfe ebenso ins Gespräch wie mit den Mitgliedern einer teilnehmenden Pipeband, die witziger Weise aus Koblenz, dem Jagdrevier unseres Journalisten Mario, kam.

Der darauf folgende Samstag begann schleppend und nach gehörigen Anlaufschwierigkeiten und einem stärkenden Frühstück in unserem Hotel "Am Herzberg" zogen wir in Richtung Stadtpark, wo wir gegen 10:00 Uhr ankamen. An der Stammtheke unsers letzen Besuchs 2005 wurden wir tatsächlich wiedererkannt und mit Handschlag begrüßt. Somit nahm das Schicksal seinen Lauf und wir starteten den Tag auf dem Festplatz mit einem Frühschoppen. Im Laufe des Tages haben wir mehrfache Rundgänge an den Markständen entlang durchgeführt und den Trubel um uns genossen. Wir trafen sowohl alte Kollegen Marios als auch Schottlandforums-Bekanntschaften Edes. Mit Marios Ex-Kollegen nahmen wir nach der Veranstaltung auch unser Mahl bei einem in der Nähe ansässigen Argentinier ein, ehe wir uns gegen 20:00 Uhr wieder zum Ceilidh im Stadtpark einfanden. Gegen 23:00 Uhr machten wir uns müde auf den Rückweg zum Hotel, füllten einmal mehr unsere Biervorräte an einer Tankstelle auf und tranken noch gemeinsam einen Schlummertrunk im Hotelzimmer.

Der Sonntagmorgen erwartete uns mit einem standesgemäßen Frühstück mit Spiegelei und Speck. Anschließend checkten wir aus und der Hotelinhaber fuhr uns dankenswerter Weise zum Bahnhof. Dort verstauten wir unser Gepäck in Schließfächern und machten uns erneut auf den Weg in den Stadtpark. Es muss vermutlich nicht erwähnt werden, dass nun zunächst ein Frühschoppen folgte. Gegen Mittag traf eine weitere Forumsbekanntschaft ein, was man zum Anlass für einen Whisky nahm. Der Nachmittag raste dahin und gegen 16:00 Uhr nahmen wir mit unserem Stammwirt zum Abschied noch einen Whisky. Nachdem Wir mit dem Regionalexpress problemlos bis Hannover gekommen waren, stärkten wir uns bei Burger King für die restliche Heimfahrt. In Hagen-Vorhalle, einem uns bis dahin unbekannter Ortsteil Hagens, ereilte uns dann unser Schicksal - Triebwerksschaden, alles raus und in eine S-Bahn, die uns bis Hagen bringen sollte. Von dort sollte die Fahrt dann mit einem Regionalexpress bis Köln weitergehen. Als wir in Hagen ankamen dann Erleichterung, der weidwunde IC rollte nur kurze Zeit nach uns ein und wir konnten unsere Reise mit rund einer halben Stunde Verspätung doch noch fortsetzen. Müde, aber beseelt durch die Eindrücke eines aufregenden Wochenende trafen die Literaturfreunde gegen 22:00 Uhr daheim ein. (ede)

Link:
www.highlandgathering-peine.de

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