Der Weg zur Unabhängigkeit: 1066 - 1274

1066
Wilhelm der Eroberer unterwirft England und beendet die angelsächsische und dänische Vorherrschaft. Große Teile des Adels und der Bildungselite fliehen in das südliche Schottland, was einen ersten Bruch zwischen den Bevölkerungsteilen in den High- und Lowlands in Sprache und Kultur zur Folge hat. Unter den Flüchtlingen befindet sich auch König Malcolms III. spätere Gemahlin Margaret (Heilige Margaret), die eine englisch orientierte Kultur etabliert.

1072
Im Vertrag von Abernethy unterwirft sich Malcolm III. und erkennt die englische Oberhoheit an.

1093
Eine schottische Invasion in Northumbria scheitert, als sowohl Malcolm III. wie auch sein Sohn Edward ums Leben kommen.

1124 - 1153
Der am englischen Hof erzogene David I. modernisiert Verwaltung, Handel und das Rechtssystem. Ihm folgen zahlreiche normannische Lehnsherren nach Schottland, so z.B. die Bruce und FitzAllans, die späteren Stewards (= Stewart = Stuart) von Schottland.

1165
Aufgrund immer häufigerer Grenzstreitigkeiten mit England verbündet sich Schottland mit Frankreich.

1173/ 74
König Wilhelm I. (der Löwe) unterstützt Heinrich II. Sohn Heinrich bei dessen Kampf gegen seinen Vater. Wilhelm wird in der Normandie gefangen gesetzt und erlangt seine Freiheit erst durch die Erneuerung des Lehnseides zurück. England leitet seither seinen Hoheitsanspruch über Schottland daher ab.

1189
In einem Abkommen zwischen Wilhelm I. und Richard I. (Löwenherz) wird die faktische Selbständigkeit Schottlands vereinbart.

1208 - 1212
John "ohne Land" führt erfolglos in Irland, Schottland und Wales Krieg. Er gerät daraufhin innenpolitisch derart unter Druck, dass er in der Magna Charta libertatum weitreichend Rechte abtreten muss.

1237
Im Vertrag von York wird die schottisch-englische Grenze zwischen dem Tweed und dem Firth of Solway festgelegt.

1249 - 1286
König Alexander III. beschert den Schotten ein Phase der innenpolitischen Ruhe. Daraus resultieren wirtschaftliche und außenpolitische Stärke. Mit Alexander III. stirbt die männliche Linie des Hauses Canmore aus.

1263
Die Hebriden fallen Schottland zu.

1266
Die Isle of Man wird erobert.

ca.
1270 - 1272
William Wallace wird als zweiter von drei Söhnen des Sir Malcolm Wallace of Elderslie und Margaret, Tochter von Sir Hugh Crawford, Sheriff von Ayr, in Renfrewshire geboren.

Sein Vater ist als "Laird of Elderslie and Auchinbothie" ein Pächter der Stewards von Schottland und dem niederen schottischen Adel angehörig. Er findet sich jedoch nicht in der "Ragman Roll", in der der schottische Adel Edward I. den Treue- und Lehnseid schwören.

Es kann als gesichert angenommen werden, dass William z.T. von seinem Onkel, der in einem Kloster in der Nähe von Stirling lebte, erzogen und ausgebildet wurde. Er genoß eine für seine Zeit gute bis sehr gute Schulbildung und sprach Französisch und Latein.

1274
Am 11. Juli 1274 wird Robert de Brus (oder the Bruce) als ältester Sohn von Robert und Marjorie, Countess of Carrick, auf Castle Turnberry geboren. Er wuchs aber auf den übrigen Ländereien seines Vaters in Antrim, Kintyre, Aberdeen, Carrick und England auf. Mit 18 folgte er seinem Vater als Earl of Carrick. Seine Rolle während der Unabhängigkeitskriege unter de Moray und Wallace ist undurchsichtig, er wechselte fünfmal das Lager.