Der Weg zur Union: 1568 - 1638

1568
Am 2. Mai gelingt Mary die Flucht von Loch Leven Castle. Mit den ihr verbliebenen Getreuen stellt sie eine Armee auf, wird jedoch in der Nähe von Glasgow bei Langside am 13. Mai geschlagen. Sie flieht am 16. Mai nach England, wo sie sich Schutz und Hilfe von ihrer Cousine erhofft. Diese läßt sie jedoch am 19. Mai inhaftieren. Diese Haft sollte 18 Jahre, bis zu Marys Hinrichtung, dauern.

1568 - 1570
Zunächst wird von der katholischen Opposition in Schottland und England unter Unterstützung des katholischen Auslands (Kurie, Franzosen, Iren, Italiener und Spanier) versucht, Mary zumindest zum schottischen Thron zu verhelfen, doch bald bricht der Widerstand zusammen und Mary bleibt in England inhaftiert. Zwar können die Franzosen Elisabeth davon überzeugen, Mary zumindest wieder als schottische Königin einzusetzen, dies kam aber nicht zustande, da Mary sich weiterhin weigerte den Vertrag von Edinburgh (s. 1560) zu ratifizieren, eine Bedingung Elisabeths.

1571
Der von Roberto Ridolfi seit März geplante Umsturz zu Gunsten von Mary Stuart wird im September aufgedeckt und scheitert. Zwar wird er vom Papst und vom Bischof von Ross und Norfolk unterstützt, aber der entscheidende Verbündete mit Phillip II. von Spanien zögert mit seiner Entscheidung zu lange. Als Folge wird in England ein Gesetz verabschiedet, das Mary den englischen Thron versagt.

1582
König James VI. wird von einer Gruppe radikaler Protestanten unter der Führung des 1st Earl of Gowrie für 10 Monate inhaftiert

1583
Unter Francis Throckmorten wird erneut ein Umsturz geplant und wieder vom Geheimdienst aufgedeckt. Da der spanische Gesandte Don Bernardino de Mendoza beteiligt war, wird er des Landes verwiesen, zumal sich Spanien und England seit 1585 ohnehin im Kriegszustand befinden.

1586
Im Sommer des Jahres wird ein schottisch-englisches Defensivbündnis zwischen James VI. und Elisabeth I. in Berwick geschlossen. Abgesehen von der Zusicherung der freien anglikanischen bzw. kalvinistischen Glaubensausübung bedeutet dies das Ende der Auld Alliance mit Frankreich.

1587
Am 1. Februar des Jahres unterschreibt Elisabeth I. das Todesurteil für Mary Stuart, eine Woche später am 8. Februar wird sie auf Schloß Fotheringhay hingerichtet.

Der entscheidende Grund für die Hinrichtung war ein angeblicher Brief Marys vom 17. Juli 1586, der ihre Beteiligung an der sogenannten Babington-Verschwörung belegen soll, in dem sie die Ermordung Elisabeth begrüßt. Die katholischen Staaten reagieren mit Kriegsvorbereitungen auf die Hinrichtung, während James VI. sich an den Vertrag von Berwick hält.

Maria Stuart wird zum Mythos - Ihr Wahlspruch "In My End is My Beginning" ("In meinem Ende liegt mein Anfang") birgt viel Wahrheit und läßt Weitblick erkennen.

1594/ 95
Die katholischen Clans erheben sich gegen die Krone.

1600
Im August fallen der Earl of Gowrie, John Ruthven, und sein jüngerer Bruder Alexander der vermutlich gegen James VI. gerichteten Gowrie-Verschwörung zum Opfer.

1603
Nach dem Tode Elisabeth I. am 24. März folgt ihr James der VI. von Schottland als James I. im Juli des Jahres auf den englischen Thron. Die von langer Hand geplante Vereinigung der Kronen (s. 1503) wird somit bewerkstelligt. Schottland hat keine Vorteile hierdurch, eher ist durch den Umzug des Monarchen nach London das Gegenteil der Fall.

1612
Das schottische Parlament stimmt der 1599 begonnenen Restauration des schottischen Episkopats zu.

1613
James VI./I. älteste Tochter Elisabeth heiratet am 14. Februar den protestantischen Kurfürsten von der Pfalz, Friedrich V. und wird an seiner Seite auch Königin von Böhmen (1619 - 1620), was ihr den Beinamen "Winterkönigin" einbrachte.

Durch die durch sie begründete Verwandtschaft kam ihr Enkel in weiblicher Linie, Georg I., Kurfürst von Hannover, auf den britischen Thron.

1625
Charles I. folgt am 27. März seinem Vater nach dessen Tod auf die Throne von Schottland und England und läßt am 1. Mai die Hochzeit mit Henrietta Maria, Tochter Heinrichs IV. von Frankreich, folgen.

1636 - 1638
Erzbischof William Laud versucht durch das Book of Canons auf die unabhängige schottische presbyterianische Kirche einzuwirken und die Anerkennung des königlichen Supremats und eine römisch orientierte Liturgie zu erwirken. Am 28. Februar 1638 schließen sich die Schotten in einem National Covenant zusammen. Führer des Bundes ist der Earl of Argyll, Archibald Campbell. Nach Tagungen von September bis November weist die schottische Nationalversammlung das Book of Canons und alle daraus resultierenden Folgen zurück und führt das presbyterianische System wieder ein.