Der Weg zur Union: 1685 - 1707

1685
Mit James VII. von Schottland und II. von England besteigt erstmals seit 1558 wieder ein Katholik den Thron. Sein Bruder Charles II. konvertierte noch auf dem Sterbebett zum Katholizismus bevor er am 6. Februar starb.

1688
Mit der Schlacht zwischen den MacDonells of Keppoch und den MacIntoshes endet die Zeit der Clankriege.

James VII./II. wird nach der Landung Wilhelms von Oranien für abgesetzt erklärt. Er hatte sich durch die blutige Verfolgung radikaler Presbyterianer und seiner Rekatholisierungspolitik unbeliebt gemacht.

1689
Im April entscheidet eine Versammlung in Schottland, nachdem Wilhelm den Schotten einen presbyterianischen Zweig in der Staatskirche zusagt hat, dass James VII. auch seinen Anspruch auf den schottischen Thron verwirkt hat. Der Viscount Dundee will diese Entscheidung nicht akzeptieren und erhebt sich. Unterstützung erhält er durch die katholischen Hochland-Clans. Am 27. Juli 1689 kommt es bei Killiecrankie zur Schlacht. Die königliche Armee unter MacKay ist schon auf dem Rückzug, als Dundee von einem Querschläger tödlich getroffen wird, somit ist der Sieg wertlos, ohne ihren Anführer bricht der Widerstand zusammen.

1690
Am 1. Juli stehen sich in der Schlacht am Boyne die Heere James II. mit 25.000 und Wilhelms von Oranien mit 36.000 Soldaten gegenüber. Die zahlenmäßig überlegenen Truppen Wilhelms zwingen James zum Rückzug. Zwar geht diese Schlacht ohne größere Verluste für James vorüber, doch allgemein wird der Ausgang als Niederlage gewertet, da Wilhelm nun der Weg nach Dublin offen steht. James kehrt in sein französisches Exil zurück, die irisch-katholische Armee kämpft noch bis Ende 1691 (03. Oktober Vertrag von Limerick) erfolglos weiter.

1692
Wilhelm setzt den Hochlandclans eine Frist bis zum 6. Januar, um den Lehens- und Treueeid zu schwören. Nachdem der Clan MacDonald of Glencoe diesen 5 Tage zu spät ablegt, wird ein blutiges Exempel an ihm statuiert. Nachdem Angehörige des Clans Campbell das im Hochland heilige Gastrecht tagelang genossen hatten, massakrierten sie 38 Clanmitglieder, darunter Frauen, Greise und Kinder. Überlebt haben jene, denen die Flucht in die eisigen Höhen der umliegenden Gebirgszüge gelang. Seit dieser Zeit heißt das Tal in Schottland "Tal der Tränen".

1695
Die Bank of Scotland wird gegründet.

Das schottische Parlament erläßt ein Gesetz zur Gründung der "Company of Scotland Trading to Africa and the Indies", später wurde sie "Darien Company" genannt. Obschon es eine schottische Gesellschaft war, war der Sitz in London und wurde bekannt als "Scottish East India Company in England". Ein Etat von 400.000 Pfund wurde bereitgestellt, etwa die Hälfte des gesamten schottischen Staatsvermögens. Da in Schottland keine Möglichkeit bestand die für die Expedition nötigen Schiffe bereitzustellen, wurden drei Schiffe in Amsterdam und Hamburg geordert.

1698
Am 12. Juli 1698 stach die Flotte mit 1.200 Siedlern in See und erreichte am 3. September 1698 Acla, welches in Caledonia umbenannt wurde, an der Landenge in Panama, ein Fort mit Namen St. Andrews sowie eine Stadt mit Namen New Edinburgh wurden gegründet. Ziel war es, den Transport von Indien nach Europa über diese Landbrücke abzukürzen (was ja später durch die Schaffung des Panama-Kanals auch gelang).

Man unterschätzte jedoch die Interessen der Spanier in der Region. Bereits im Februar 1699 kam es zu ersten Kampfhandlungen in deren Folge eines der drei schottischen Schiffe genommen wurde. Ein Gesuch in Edinburgh nach Unterstützung blieb ohne Erfolg und so entschied man sich, heim zu segeln. Von den 900 überlebenden Siedlern starben 150 weitere auf dem Rückweg und nur ein Schiff erreichte Schottland. Zeitgleich mit der Rückreise wurde bereits eine zweite Flotte auf den Weg gebracht, die jedoch aufgrund einer spanischen Seeblockade gar nicht erst in Südamerika ankam.

Als Folge dieses gescheiterten Wirtschaftsunternehmens wurde es den Unionisten leicht gemacht, die Vereinigung von Schottland und England zu propagieren. Die englische Krone sagte den Aktionären der Darien-Company zu, die Verluste von rund 400.000 Pfund aus der englischen Staatskasse auszugleichen - so ließ sich Schottland seine vor rund 400 Jahren hart erkämpfte Freiheit vom Erzfeind abkaufen.

1707
Unter Queen Anne wird am 29. April das erste Parlament von Großbritannien proklamiert, dass durch die Union mit Schottland (Zusammenlegung der Kronen, Auflösung des schottischen Parlaments, Abschaffung des schottischen Kronrates und der schottischen Verwaltung). Den Schotten werden im Unterhaus 45 Abgeordnete, im Oberhaus 16 zugestanden. Die schottische Bevölkerung steht nicht vollends hinter dieser Entscheidung, vieles spricht für Korruption bei der Auflösungsabstimmung des schottischen Parlaments.