Schottland in der Union: 1714 - 1745

1714 Queen Anne stirbt.

1715 Nachdem Wilhelm kinderlos starb, sucht das Parlament in London händeringend einen Thronfolger aus einem Seitenzweig der Stuarts, um zu vermeiden, dass der katholische Exilmonarch James VIII. den Thron besteigt. Fündig wird man in der Hannoveraner Linie und am 1. August besteigt der Kurfürst von Hannover als George I. den britischen Thron. Dies führt dazu, dass sich die schottischen Anhänger der Stuarts, die Jakobiten, unter der Führung von John Erskine, Earl of Mar, erheben.

Bis Ende September hat er das gesamte Hochland unter seiner Kontrolle und eine rund 5.000 Mann starke Armee. Er zieht nach Perth und macht es zu seiner Basis. Er erhält weiteren Zulauf und als man sich am 13. November 1715 bei Sheriffmuir der Schlacht gegen John Campbell, Earl of Argyll and Greenwich, stellt, zählt die Armee rund 10.000 Männer. Die Schlacht geht jedoch verloren und man zieht sich auf Perth zurück.

 Der "Old Pretender", James VIII., der zwischenzeitlich zum schottischen König ausgerufen wurde, landet erst nach dieser schon entscheidenden Niederlage am 22. Dezember 1715 in Peterhead. Nach sechs unbefriedigenden Wochen in Schottland, erkennt er am 4. Februar 1716 seine Niederlage an und verläßt daraufhin das Land.

1719 Im März 1719 sticht eine Flotte mit 5.000 spanischen Soldaten zur Unterstützung einer jakobitischen Erhebung nach Schottland in See. Das Vorhaben war von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Lange Verzögerungen hatten es der britischen Armee ohnehin schon ermöglicht, sich auf die Invasion vorzubereiten, aber die Flotte erreichte erst gar nicht ihr Ziel, sondern sank in einem Sturm.

Doch die Spanier unter ihrem Premierminister Kardinal Alberoni unterstützen weiterhin die jakobitischen Aktivitäten und entsenden erneut eine Flotte. Das Vorauskommando mit rund 300 Infanteristen erreicht in der Tat Schottland, die Hauptmacht wird jedoch wieder von einem Sturm aufgehalten und muss umkehren.

 Mit der bescheidenen Unterstützung durch die Spanier zieht man am 10. Juni 1719 in die Schlacht bei Glenshiel. Da auch die Hochländer nur 1.000 Mann entsandten, war eine erneute Niederlage gegen die zwar zahlenmäßig gleichwertige, aber besser ausgerüstete Armee der Hannoveraner unvermeidlich.

1727 Zum letzten Mal wird auf schottischem Boden eine Hexe hingerichtet.

1745 Prinz Charles Edward Stuart nimmt den letzten Anlauf die Krone für die Stuarts zurückzugewinnen. Am 22. Juni 1745 sticht er mit zwei französischen Fregatten in See, diese werden jedoch von einem britischen Kriegsschiff aufgebracht. Das mit 64 Kanonen ausgestattete größere Schiff, die Elisabeth, greift das britische Schiff an, wird dabei aber so stark beschädigt, dass sie umkehren muss. Charles gibt jedoch nicht auf und landet am 23. Juli 1745 mit nur sieben Begleitern auf der Insel Eriskay. Dort wird ihm nahe gelegt, wieder nach Hause zu segeln. Der Prinz erwidert, es sei nun daheim und seine treuen Hochländer würden ihm zur Seite stehen. Er wolle entweder die Krone für seinen Vater oder den Tod.

Am 25. Juli 1745 landet er auf dem schottischen Festland. Da der Prätendent Unterstützung durch die Franzosen zusagte, konnte er einige Clans für sich gewinnen, die sich am 19. August 1745 bei Glenfinnan sammelten. Rasch machte die Rebellion Fortschritte und bereits im September konnte Charles in Edinburgh Hof halten. Am 21. September 1745 kommt es zur ersten Schlacht. Die Regierungsarmee unter General Cope wird bei Prestonpans in der Nähe von Edinburgh aufgerieben.

Die Regierung in London war bisher Gefahr gelaufen, die Erhebung zu unterschätzen, dies änderte sich jetzt jedoch. Cope wurde von General Hawley abgelöst und der Herzog von Cumberland, König Georges zweiter Sohn aus Flandern abgezogen. Nichts desto trotz eröffnet Charles seiner Armee, dass sein Vater nun König von Schottland sei und man sich nun auf den Weg nach London mache, um auch diese Krone zurückzuerlangen. Sie schaffen es, weite Teile Schottlands unter ihre Kontrolle zu bringen und die Grenze nach England zu überschreiten. Der Ernst der Lage läßt sich daran ablesen, dass der englische Monarch bereits Reisevorbereitungen für einen "Verwandtschaftsbesuch" in Hannover trifft. Man zieht, der britischen Armee ausweichend, über Manchester bis Derby.

Da die von Prince Charles Edward versprochene Unterstützung aus Frankreich immer noch auf sich warten läßt und die erwartete Unterstützung in der englischen Bevölkerung eher bescheiden ausfällt (nur ca. 300 Mann treten der jakobitischen Armee bei), läßt sich der Prinz von seinen Beratern davon überzeugen, dass eine entscheidende Schlacht in den heimischen Highlands ratsam wäre und kehrt am 6. Dezember 1745 um.

Im Dezember des Jahres wird die Clan-Verfassung aufgelöst.