Schottland in der Union: 1746- 1888

1746 Am 17. Januar erringen die rund 5.000 Mann starken Jakobiten bei Falkirk einen weiteren Sieg gegen von Hawley geführtes Heer. Doch inzwischen ist der Herzog von Cumberland mit einer großen Streitmacht eingetroffen und setzt den Schotten nach. Charles' Armee weicht weiter nach Norden aus. Dort wird fataler Weise das Moor von Culloden gewählt, um sich Cumberland zu stellen.

Nachdem man bereits zwei Tage auf dem Moor bei Eiseskälte und Schneegestöber auf das Eintreffen der britischen Armee wartet, entscheidet sich die schottische Heeresführung in einem Nachtmarsch das britische Heerlager bei Nairn zu erreichen und den vermeidlich betrunkenen Feind (Cumberland feierte am 15. April 1745 seinen 25. Geburtstag) im Schlaf zu überraschen. Als der Morgen graut, ist man noch immer 2 Meilen vom Feind entfernt und kehrt wieder um.

Da die Versorgungslage schon seit geraumer Zeit nicht besonders war, sind die Hochländer nun durch die Strapazen der letzten beiden Tage nun auch noch halb erfroren und übermüdet. Viele durchstreifen das Umland des Schlachtfeldes auf der Suche nach etwas Eßbarem oder schlafen ganz einfach, so dass nur 4.000 Schotten wirklich aktiv an der Schlacht teilnehmen. Cumberland führt rund 9.000 wohlgenährte und gerüstete Soldaten ins Feld. Darüber hinaus spielt das ebene Gelände der Artillerie Cumberlands in die Hände.

Am 16. April 1746 kommt es zur Schlacht.  Nach rund 45 Minuten war der Ausgang bereits entschieden.  Der Herzog von Cumberland gab die Maxime aus, keine Gnade zu gewähren und ließ die Schotten gnadenlos niedermetzeln, selbst die in jener Zeit üblichen Zuschauer der Schlacht werden niedergemäht. Die Engländer setzen nach und machen den Sieg vollkommen.

Charles flieht durch das Hochland und über Skye nach Italien. Er wird trotz hohen Kopfgeldes von damals sagenhaften 30.000 Pfund von den Hochländern gedeckt. Cumberland führt in der Folge weiter das blutige Schwert durch Schottland, auch loyalen Clans gegenüber. Als Folge der Niederlage werden alle Zeichen der Zugehörigkeit zu den Hochland-Clans, wie das tragen des Kilts und der Tartans sowie das spielen des Dudelsacks untersagt. Viele der beteiligten Clans werden von ihrem Land vertrieben.

1747 Das Londoner Parlament unterbindet die weitgehende Selbstverwaltung des Clans Grant.

1752 Sir Colin Stewart wird auf dem Land der Stewarts erschossen.

1759 - 1777 Schottland entwickelt sich durch Persönlichkeiten wie William Robertson, Adam Smith und David Hume zu einem intellektuellen Zentrum Europas.

1793 In Edinburgh kommt es im Oktober zu Protesten für mehr Demokratie, die gewaltsam niedergeschlagen werden.

1795 Mungo Park beginnt mit der Erforschung des Niger-, Senegal- und Sudangebietes.

1. Hälfte
d. 19. Jh.
Viele schottische Clanchiefs und Adlige haben das Feudalsystem für sich entdeckt. Da jedoch durch die Einnahmen der Pachten nicht annähernd genug Geld eingebracht werden kann, wie das teure Londoner Leben verschlingt, beginnen die sogenannten Highland-Clearances. Die Kleinpächter werden von ihren Crofts vertrieben, um Land für die profitabelere Schafzucht zu gewinnen. Auswanderungswellen von jährlich rund 50.000 Menschen verlassen Schottland in Richtung USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika. Das Hochland hat sich bis heute nicht von dieser Entvölkerung erholt und ist immer noch weitgehend den Schafen überlassen.

1822 Ein Besuch König George IV. führt zu einer Renaissance der schottischen Kilts, Tartanmuster und des Dudelsacks. Selbst die Lowland-Clans, legen sich jetzt, da es ja jetzt nicht mehr unkultiviert sondern modern ist, Tartans zu.

1832 Schottland erhält durch die Reform Bill weitere 8 Sitze im Unterhaus. Die Diskussionen vor der Verabschiedung eskalierten durch die hartnäckige Weigerung des Oberhauses fast zu einem Bürgerkrieg.

1843 Gründung der Free Church of Scotland.

1874 In Schottland werden Staat und Kirche getrennt.

1883 Auf Skye setzen sich die Kleinbauern in den sogenannten Crofters Wars gegen die sozialen Mißstände zur Wehr. Ein Untersuchung der Verelendung auf dem Land führt in den Folgejahren zu einer Reihe von Gesetzen, die die Zustände mildern sollen.

1888 Die Scottish Labour Party wird gegründet.