Im
19. Jahrhundert erfand der Ire Aeneas Coffey einen neuen Brennapparat.
Doch während die Iren an ihrer Tradition des Whiskeyherstellung
festhielten, wurde das Verfahren in Schottland genutzt. Der Hauptvorteil
der neuen Anlage war, dass man kontinuierlich Whisky brennen konnte,
was den Ausstoß natürlich erhöhte. Außerdem konnte man ein Gemisch
aus gemälzter Gerste, Gerste und anderen Getreiden verarbeiten,
jedoch verlor das Produkt das Torfaroma, es schmeckte schärfer,
fast wie reiner Alkohol. Man konnte es aber mit den torfigen Highland-Whiskies
verschneiden, was das Getränk dann insgesamt milder machte. 1850
wurde der erste Blended Whisky, also ein Verschnitt aus reinem Malt-Whisky
und dem "Coffey-Destillat" in Edinburgh verkauft. Dieses Gemisch
fand schnell Zugang zu den Märkten in England und Europa, die bisher
eher dem milderen irischen Whiskey zugetan waren. Da der schottische
Whisky nur zweimal destilliert wird, während der irische traditionell
mit drei Destillationsdurchgängen hergestellt wird, konnte der Scotch
günstiger angeboten werden, dass irische Whiskey-Monopol war dahin.
Der endgültige Durchbruch gelang jedoch erst, nachdem in zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts die Reblaus Frankreich heimsuchte. Der
Wein verschwand quasi vom Markt und zunächst die Engländer und dann
das übrige Europa wandten sich dem Whisky zu.
1909 wurde von den Maltwhisky-Herstellern die Frage aufgeworfen,
ob sich den ein Blended Whisky auch Scotch nennen durfte. Die von
der Regierung eingesetzte Kommission stellte fest, das ein Whisky
ein Destillat aus verschiedenen gemälzten Getreidesorten sei, eine
Auszeichnungspflicht auf dem Etikett hielt sie auch nicht für nötig.
1915 wurde festgelegt, dass ein Whisky mindestens 3 Jahre reifen
muss, bevor er in den Handel kommen darf.
Probleme kamen auf die Brennereien durch die beiden Weltkriege und
die Prohibition in den USA zu. Während des Ersten Weltkrieges wurde
1915 die Whiskyherstellung stark eingeschränkt, 1917 gänzlich unterbunden.
Nach dem Krieg kamen die Hersteller nur schwer wieder auf die Beine.
Viele Betriebe fusionierten. Darüber hinaus machten ihnen die angehobenen
Alkoholsteuern beim Absatz zu schaffen. Während der Prohibition
verkaufte sich der schottische Whisky ausgezeichnet nach Kanada.
Die kanadischen Destillerien durften Alkohol nur für die Industrie
herstellen. Also wurde der schottische Whisky mit den einheimischen
Produkten verschnitten und dann in die USA geschmuggelt. Für die
Iren gingen allerdings durch das Alkoholverbot langsam die Lichter
aus. Schon geschwächt durch den ersten Weltkrieg, war die Prohibition
eine weitere Schwächung. Als 1934 das Verbot wieder aufgehoben wurde,
konnten die Iren den amerikanischen Markt nicht schnell genug bedienen
und die USA wandten sich mehr den schottischen Erzeugnissen zu.
Erst in den 60er Jahren konnten die Iren durch Fusionen und großangelegte
Werbekampagnen Teile des internationalen Marktes zurückerobern.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Whiskyproduktion 1939 untersagt,
Auf dem britischen Binnenmarkt wurde ab 1940 die Whiskyabgabe rationiert,
durch ausreichende Lagerbestände war für einige Zeit die Versorgung
sichergestellt. 1944 durften die Brennereien in geringen Mengen
für den Export produzieren. 1954 wurden alle Produktionsbeschränkungen
aufgehoben und Ende der 50er Jahre konnte die Nachfrage bereits
wieder befriedigt werden.
Die Grundbestandteile des schottischen Whisky sind Gerste, Wasser und Torf. Wurde früher nur schottische Gerste verwendet, so stammen heute nur noch rund 40% aus dem eigenen Lande, 35% stammen aus England, der Rest wird aus Australien und Kanada importiert. Wesentlich wichtiger für die Qualität des Whisky ist jedoch das Wasser. Das Wasser in Schottland ist noch weitgehend sauber und frei von Mineralsalzen. Jede schottische Destillerie hat ihren eigenen Fluß, Bach oder eine eigene Quelle, weshalb der Geschmack der einzelnen Brände auch so variiert. Der zweite entscheidende Faktor für das Endprodukt ist das Torffeuer, über dem die gekeimte Gerste gedarrt wird. Hier kann auch Einfluß darauf genommen werden, wie rauchig der Geschmack werden soll. Die Whiskyherstellung beginnt mit dem Mälzen. Bestimmte Getreidesorten werden zum keimen gebracht, was Enzyme freisetzt, die später die Gärung ermöglichen. Im Frühherbst wird die Gerste frisch nach er Ernte eingekauft. Um Schimmelbildung zu vermeiden, muss die Gerste trocken und reif sein. Darüber hinaus wird sie gesiebt und in Silos mit heißer, zirkulierender Luft getrocknet. Anschließend wird die Gerste in großen Bottichen mit Wasser angesetzt, um den Keimungsprozeß zu starten. Nach 2 bis 3 Tagen wird das Wasser abgegossen und die gekeimte Gerste auf den Mälzböden ausgebreitet. |
"Never
drink Whisky without water and never drink water without Whisky"
Schottisches Sprichwort
(Trink niemals Whisky ohne Wasser und trink niemals Wasser ohne
Whisky)
"Whisky to a Scotsman is as innocent as
milk to the rest of the human race"
Mark Twain
(Whisky ist für einen Schotten ebnso harmlos
wie Milch für den Rest der Menschheit)
"A man should always carry a small bottle
of whisky in case of a snake bite.
A man should also carry a snake"
W.C.Fields
(Ein Mann sollte immer eine kleine Flasche Whisky für den
Fall eines Schlangenbisses bei sich tragen.
Ein Mann sollte ebenso immer eine Schlange mit sich führen)
"Whiskey is liquid sunlight"
George Bernard Shaw
(Whiskey ist flüssiges Sonnenlicht)
"Freedom and whisky gang thegither"
Robert Burns
(Freiheit und Whisky gehören zusammen)
"Moderation sir, aye, moderation is my rule. Nine or ten is reasonable refreshment, but after that it’s apt to degenerate into drinking."
Altes Hochlandsprichwort
(Mäßigung, jawohl Sir, Mäßigung ist meine Regel. Neun oder Zehn sind eine angemessene Erfrischung, aber danach artet es in Trinkerei aus)
Frage an einen Schotten: "Do you want anything in your whisky?"
Antwort: "More whisky!"
Unknown
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