In Schottland wird die Verwaltung von Schulen von der schottischen Kultusbehörde (Scottish Education Department) und von regionalen Schulbehörden (LEAs = Local Education Authorities) geregelt.

Das schottische Bildungswesen ist vom System in England und Wales unabhängig und anders strukturiert. Schon immer hatte Bildung einen hohen Stellenwert in Schottland. 1872 ging die Verantwortlichkeit für die Vermittlung von Lehrinhalten von den Kirchen auf gewählte Schulaufsichtsräte über, die Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 13 Jahren den Schulbesuch ermöglichten. 1901 (17 Jahre vor England und Wales) wurde in Schottland die Schulpflicht um ein Jahr verlängert, so dass die Schulabgänger 14 Jahre alt waren. 1918 ersetzte man die traditionellen Schulaufsichtsräte durch regionale Schulbehörden. Ferner wurde fortan die Einrichtung von Sekundarschulen obligatorisch. Das schottische Bildungsgesetz von 1945 enthielt die gleichen Bestimmungen wie die im Jahr 1944 erlassenen englischen und walisischen Gesetze, zog jedoch weitaus weniger Veränderungen nach sich, da in Schottland viele der wichtigsten Neuerungen bereits durchgeführt worden waren. Das Mindestalter für Schulabgänger wurde 1947 auf 15, 1972/73 auf 16 Jahre angehoben. 1988 gab es eine weitere gravierende Änderung. Dieses neue Gesetz schränkte die Befugnisse der regionalen Schulbehörden drastisch ein, gestand einzelnen Schulen die Verfügungsgewalt über ihre Jahresetats zu und ermöglichte den Schulen, per Antrag aus dem Kontrollsystem der LEAs auszuscheiden und den Status staatlich direkt subventionierter Schulen (GM-Status, GM = grant-maintained) zu erhalten.

Allle staatlichen Schulen in Großbritannien können den so genannten GM-Status erlangen, wenn die Erziehungsberechtigten der Schüler sich in einer Wahl für diesen Antrag aussprechen und der Erziehungsminister dem Antrag der Schule zustimmt. Schulen mit GM-Status sind in ihrer Verwaltung vollkommen autonom und von den regionalen Schulbehörden vollkommen unabhängig, da sie ihre Mittel direkt vom Staat erhalten.

Schottland verfügt über keinen bindenden nationalen Lehrplan, wie es im übrigen Vereinigten Königreich Ende der achtziger Jahre eingeführt wurde. Man hat sich dennoch um eine Vereinheitlichung und Abstimmung der Lehrplaninhalte bemüht. In den Fächern Englisch und Mathematik wurden landeseinheitliche Prüfungen eingeführt, in denen das Wissen der Schüler geprüft wird. An Sekundarschulen nehmen am Ende des vierten Schuljahres die Schüler im Alter von 16 Jahren an den Prüfungen für das reguläre Schottische Bildungszertifikat (SCE Standard Grade, SCE = Scottish Certificate of Education) teil und erhalten so einen mit dem Realschulabschluß vergleichbaren Schulabschluß. Die Prüfungen für die höheren Bildungsabschlüsse (SCE Higher Grade) können im fünften und sechsten Jahr des Besuchs einer Sekundarschule abgelegt werden.
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Schottland verfügt über rund 70 weiterführende Bildungsinstitute, zu denen alle Schulabsolventen Zugang haben, die keine Universität besuchen. Zu den weiterführenden Bildungsinstituten gehören landwirtschaftliche Hochschulen, Kunst- und Handelsschulen sowie wissenschaftlich orientierte Institutionen. Über 80.000 Studenten sind an solchen Einrichtungen eingeschrieben. Außerdem stehen sieben Lehrerseminare mit etwa 3.000 immatrikulierten Studenten zur Verfügung. In Schottland gibt es zwölf Universitäten, von denen insgesamt vier im Jahr 1992 aus ehemaligen polytechnischen Hochschulen entstanden. Die Universitäten Aberdeen, Edinburgh, Glasgow und St. Andrews sind die ältesten Universitäten Schottlands und wurden bereits im 15. und 16. Jahrhundert gegründet. Vier weitere (Heriot-Watt in Edinburgh sowie die Universitäten Dundee, Stirling und Strathclyde in Glasgow) entstanden zwischen 1960 und 1990. Etwa 90.000 Studenten sind an den schottischen Universitäten eingeschrieben.

Der Dudelsack, der mit der traditionellen schottischen Musik in Verbindung gebracht wird, wurde vermutlich von den Römern eingeführt, die ihn aus dem Nahen Osten nach Schottland brachten. Schottische Musik fällt besonders wegen der häufigen Verwendung des pentatonischen Tonsystems (Fünftonleiter) auf. Die Melodien der Volkslieder sind nicht einheitlich festgelegt, und so kann es von einem einzigen Lied mehrere Hundert Melodie- und Textvarianten geben. Weitere ausgeprägte schottische Traditionen sind der Volkstanz und die Vielzahl mündlich überlieferter Geschichten. Schottland ist Gastgeber von zwei weltweit bekannten Kunst- und Musikfestivals, nämlich den internationalen Musikfestspielen in Edinburgh, die überhaupt die größten ihrer Art sind, und dem Maifest in Glasgow. Außerdem gibt es renommierte Museen, Galerien, Orchester, ein Nationalballett und Opernensembles, die zeitgenössische Werke präsentieren.

Ein Großteil der Rundfunk- und Fernsehsendungen wird in England produziert, allerdings verfügt Schottland über einen eigenen privaten Fernsehsender und über mehrere private Rundfunkstationen. In Schottland erscheinen 17 Tageszeitungen und 120 Wochenzeitungen. Die BBC strahlt mittlerweile ein gälisch-sprachiges Radioprogramm aus.


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