Sowohl die Landwirtschaft als auch die Industrie stellen wichtige Wirtschaftszweige dar. Die größte Wachstumsrate hat man allerdings in der jüngeren Vergangenheit im Bereich des Dienstleistungssektors verzeichnet. Bedeutendste Exportgüter sind Erdöl und Erdgas, chemische Produkte, Elektronikteile und -zubehör, Bekleidung, Maschinen und Geräte, Textilien und Whisky. Schottland hat den gleichen Rückgang seiner traditionellen Industriezweige erfahren wie Wales und Nordengland. Seit 1987 kann Schottland jedoch ein stärkeres Wirtschaftswachstum als Großbritannien in seiner Gesamtheit aufweisen und war zu Beginn der neunziger Jahre auch von der Rezession weniger betroffen als andere Regionen. Dies ist teils auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze und Industrieniederlassungen zurückzuführen, die in engem Zusammenhang mit der Entdeckung und Förderung von Erdöl in der Nordsee stehen, teils auf die Bedeutung Schottlands als attraktiver Wirtschaftsstandort von High-Tech-Branchen. Der Dachverband der zahlreichen schottischen Gewerkschaften ist der Scottish Trades Union Congress mit über 980.000 eingetragenen Mitgliedern.

Über 75% der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, zu etwa gleichen Teilen für die Weidewirtschaft und den Anbau von Kulturpflanzen. Wichtigste Nutzpflanzen sind Gerste (die für die Herstellung von Whisky und Bier benötigt wird), Weizen, Hafer und Kartoffeln. Weitere wichtige Anbauprodukte sind weiße Rüben und Obst (z. B. Himbeeren). Die Viehzucht und die Erzeugung von Milch- und Fleischprodukten spielen eine wichtige wirtschaftliche Rolle. In den Highlands, auf den Inseln und in den Southern Uplands werden Schafe gezüchtet, jedoch ist Schottland vor allem wegen seines Mastviehs berühmt, das sowohl qualitativ hochwertiges Fleisch liefert als auch als hervorragende Grundlage für die Zucht gilt. Die Milchviehwirtschaft ist eher von untergeordneter Bedeutung.

Etwa 15% der Fläche sind Waldgebiete, die zu 60% dem Land Schottland gehören. Aus den gewerblich genutzten Wäldern stammt über ein Drittel der gesamten britischen Holzproduktion. Die Fischerei spielt für Schottland eine wichtige Rolle. Über 70% (Berechnungsgrundlage: Gewicht) der Gesamtfangmenge in Großbritannien, d. h. über 60% des Gesamtwertes, stammen aus schottischen Gewässern. Die Hochseefischerei ist besonders im Nordosten und im Bereich der Inselgruppen von großer Bedeutung, während sich die Lachszucht im Westen Schottlands und auf den Inseln zu einer wichtigen Erwerbsquelle entwickelt hat. Die Zuchtlachsproduktion steigerte sich von weniger als 1.000 Tonnen zu Beginn der siebziger Jahre auf 15.000 Tonnen Mitte der neunziger Jahre sprunghaft, so dass Schottland als der größte Lieferant von Zuchtlachs gilt. Die bedeutendsten Fischereihäfen sind Aberdeen, Peterhead und Fraserburgh an der Nordostküste, Lerwick (Shetland-Inseln), Kinlochbervie und Ullapool (Highlands). Der Fang besteht vor allem aus verschiedenen Weißfischarten (Kabeljau, Dorsch und Schellfisch), Heringen, Krabben, Krebsen und Hummer. Der Großteil wird fangfrisch an Großhändler oder an die Nahrungsmittelindustrie verkauft. Schottland ist jedoch auch für die hervorragende Qualität geräucherter Fische bekannt, für die vor allem Hering und Schellfisch verwendet werden. Geräucherten Schellfisch bezeichnet man nach einem Dorf in der Nähe von Aberdeen, das die Verfeinerung und Konservierung dieser Fischart durch Rauch entwickelt hat, auch als „Finnan haddie”.

Schottland verfügt über große Kohlevorkommen. Ferner gibt es vor allem im Süden große Zinkerzlagerstätten. Der Boden ist im Allgemeinen felsig und nicht sehr fruchtbar, wobei jedoch die ausgezeichnete Bodenbeschaffenheit in den Central Lowlands eine Ausnahme bildet. Der nördliche Landesteil hat ein immenses Energiepotential für Hydroelektrizität und ist zugleich der Standort der meisten und größten britischen Wasserkraftwerke. Seit der Entdeckung ausgedehnter Ölfelder in den späten siebziger Jahren stellt die Erdöl- und Erdgasförderung in der Nordsee einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.

Der Kohlebergbau mit umfassenden Lagerstätten in den Central Lowlands hatte für die Industrialisierung Schottlands eine Schlüsselfunktion und stellte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der wichtigsten Wirtschaftsgrundlagen dar, spielt jedoch heute aufgrund der stetig fallenden Weltmarktpreise, der Billiganbieter aus Übersee und den wirtschaftspolitischen Veränderungen seit den achtziger Jahren wie auch in den Bergbauregionen in England und Wales nur noch eine untergeordnete Rolle. Die wenigen noch bestehenden Zechen wurden Anfang 1995 privatisiert. Die ebenfalls zu Beginn der Industrialisierung bedeutenden Eisenerzlagerstätten waren bereits vor einigen Jahren weitgehend erschöpft. In einigen Gebieten der Highlands wurden jedoch geringe Mengen von goldhaltigem Gestein entdeckt. Kalkstein, Ton und Kieselerde werden weiterhin gefördert.


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