Die traditionellen Zweige der Schwerindustrie, Schiffbau und Stahlproduktion, die vor allem während der Industrialisierungsphase in Schottland überaus wichtig waren, spielen heute eher eine untergeordnete Rolle. Nur wenige Werften konnten durch die Umstellung auf den Bau von Bohrinseln für die Förderung von Erdöl und Erdgas in der Nordsee überleben. Der stetige Rückgang der traditionellen Industrien wurde durch das Wachstum neuer Industriezweige zur Herstellung von chemischen Produkten, Maschinen, Messgeräten und vor allem Elektronikkomponenten ausgeglichen. Viele der Weltmarktführer im Bereich der Elektronik, so z. B. IBM und Motorola, haben vor allem im Großraum Glasgow Niederlassungen gegründet. Bis zu den frühen neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts zählte man in Schottland nahezu 200 Elektronikfirmen, wodurch Schottland nun zu einem der wichtigsten Standorte für die Herstellung von Elektronikkomponenten in Westeuropa herangewachsen ist.

Im Einzelnen bedeutet dies, dass hier die meisten Computer und Peripheriegeräte erzeugt werden und somit insgesamt mehr als die Hälfte aller Exporte in diesem Bereich stattfinden. Nahezu 13% aller Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie, 19% des gesamten Fertigungsumfangs aller schottischen Industrieansiedlungen und 17% der Investitionen in die Fertigungsindustrie in Schottland entfallen auf die Elektronikindustrie.

Einige traditionelle Industriezweige, darunter auch die Erzeugung von Textilien (insbesondere von hochwertigen Tweedstoffen und Strickwaren) und Strumpfhosen sowie die Herstellung von Lebensmitteln und Getränken, sind auch heute noch von Bedeutung. Vor allem die Whiskyproduktion ist im Bereich der Getränkeherstellung von überragender Wichtigkeit: Es gibt über 100 Whiskybrennereien, die sich vorwiegend im Nordosten Schottlands befinden und circa 80% ihrer Produktionsmenge in über 200 Länder exportieren. Als Exportgut ist Whisky mit jährlichen Einnahmen in Höhe von etwa 2,5 Mrd. Euro (dies entspricht 20% aller schottischen Exporteinkünfte durch Fertigprodukte) einer der wichtigsten Devisenbringer Großbritanniens.

Der Dienstleistungssektor hat seit den fünfziger Jahren einen starken Zuwachs erfahren, so dass heute 70% aller Berufstätigen in diesem Bereich tätig sind. Einer der am schnellsten expandierenden Teilbereiche ist das Finanz- und Geschäftswesen. Etwa ein Drittel aller Investitionsfonds in Großbritannien wird von Schottland aus verwaltet, und zahlreiche Versicherungsgesellschaften haben dort ebenfalls ihren Sitz. Der Tourismus verzeichnet eine der stärksten Zuwachsraten. Jährlich kommen etwa 11 Mio. Besucher nach Schottland. Die Gesamtlänge des schottischen Straßennetzes beträgt etwa 52.000 km, darunter 3.123 km Fernstraßen und Autobahnen. Das Streckennetz der Eisenbahn ist 6.400 km lang. Die East Coast Main Line verbindet London mit Edinburgh. Als öffentliche Transportmittel stehen in den meisten Regionen des Landes Linienbusse zur Verfügung, jedoch ist der reguläre Linienverkehr nicht mehr so flächendeckend wie früher. In abgelegenen ländlichen Regionen stellt der Postbus ein wichtiges Verkehrsmittel dar, in Glasgow gibt es eine U-Bahn.

Der internationale Flugverkehr wird über den Flughafen Prestwick in der Nähe von Glasgow abgewickelt, der in Großbritannien der Flughafen mit dem größten Flugaufkommen ist. Edinburgh und Aberdeen gehören hinsichtlich des Flugbetriebs ebenfalls zu den zehn wichtigsten Flughäfen in Großbritannien. Nach 20 Jahren gibt es seit 2002 wieder eine Fährverbindung zwischen Schottland und dem europäischen Festland. Hierzu wurden zwei Fährschiffe für jeweils ca. 116 Mio. Euro gebaut, die zwischen Rosyth und Rotterdam bzw. Zeebrugge pendeln.

Seit Anfang der siebziger Jahre hat sich die Industrie durch die Entdeckung ergiebiger Ölfelder vor der schottischen Nordostküste und im Nordosten der Orkney- und Shetland-Inseln in den Gewässern der britischen Kontinentalplatte vor allem auf die Förderung dieser Vorkommen konzentriert. In dieser Region wurden außerdem reiche Erdgasvorkommen gefunden. Zwar wurden die durch diese Industrien erzielten Einkünfte zum Ärger der schottischen Nationalisten wie ein gesamtbritischer (und nicht schottischer) Verdienst investiert, aber durch die Ölreserven konnte Schottland einen beträchtlichen Wirtschaftsaufschwung verzeichnen. Man nimmt an, dass durch die Industrieaktivitäten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Abbau, der Raffinierung und Weiterverarbeitung dieser natürlichen Rohstoffe stehen, insgesamt etwa 100 000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Die Wirtschaft Aberdeens und ganz besonders der Shetland- und Orkney-Inseln wurde wieder kräftig belebt.

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